Ein Parcours auf vier Etagen

WACHSTUM

In Raum Eins, Wachstum, verbindet sich das Fiktionale mit dem Dokumentarischen, das landwirtschaftlich Schöpferische mit dem künstlerischen Schaffensprozess, die Utopie von unbegrenzten Wachstum mit der Einsicht, dass diese Welt begrenzte Ressourcen hat und wir, als Teil des Ökosystems, uns selbst zerstören, wenn wir nicht Communitys und Kollaborationen bilden, die sich gegen dieses System auflehnen, und die Natur als gleichberechtigt anerkennen. In den drei Beiträgen, zeigt sich die anthropozentrische Sichtweise auf die lebendige, selbsterzeugte Umwelt und stellt dieser Fragen.

Die schöpferischen Eigenschaften des Menschen werden in ihrer Potenz und ihrer Zerstörungskraft gezeigt. Welche progressiven Kollaborationen zwischen Mensch und Natur, Natur und Kultur, die Zukunft prägen und bereichern würden.

 

Konzept & Raumgestaltung : Carmen Schwartz, Elias Bühring, Charlotte Rahn, Elizabeth Gallon Droste, Yue Ying, Marie Baumgarten

STAGNATION

Ich kenne mich aus mit dem Leben und Sterben, jetzt muss ich etwas anderes finden, (…) Etwas kam in mir hoch, das nicht weiß ob es sah, etwas kommt in mir hoch, das nicht weiß, ob es sieht: Antigonie wird wild, weil Ödipus blind war. Auf das meine Fotze hochkommt, auf das meine Fotze wild wird.”

  • Kathy Acker, in: Vulva, Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts, Mithu M. Sanyal, S.156

In diesem Raum verbindet sich Popkultur mit postkolonialer Tradition, eine Scheinwelt, eine Welt der Blickregime, der Objektifizierung wird umrissen, die einerseits das Mensch-Natur Verhältnis befragt sowie die Machtstrukturen, die uns im Zaum halten. Der Käfig ist real, oder er ist unsichtbar, die Show ein selbstbestimmter Akt, oder ein Ausgestellt-sein, wie im Falle des Zoos, gegen den freien Willen.

 

Konzept und Raumgestaltung: Josephine Auffray, Lena Walther, Lars Bösch, Yue Ying, Marie Baumgarten

KRISE

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Verletzlichkeit, ausgelöst durch eine Krise, ist, wenn es die Räume dafür geben würde, eine Möglichkeit, die Wahrnehmung und Empathie gegenüber seiner Umwelt zu schärfen. 

“Trauern heißt in dem Verlust zu verweilen und damit zu würdigen, was er bedeutet, wie sich die Welt verändert hat und wie wir selbst uns verändern müssen, unsere Beziehungen verändern müssen, um von hier aus Vorwärts zu gehen. In diesem Kontext sollte wirkliches Trauern unsere Wahrnehmung für unsere Abhängigkeit von und unsere Beziehungen mit den unzähligen Wesen öffnen, die über den Rand des Aussterbens gestoßen werden. (...) In Wirklichkeit ist es so, dass es keine Möglichkeit gibt, die notwendige, schwierige kulturelle Arbeit von Reflexion und Trauer zu vermeiden.”

- Thom van Dooren, in: Unruhig bleiben, Donna Haraway, S. 58

 

Konzept & Raumgestaltung: Dina Sennhauser, Felix Pacholleck, Bendix Fesefeldt, Yue Ying, Marie Baumgarten

REORGANISATION

“Das Humane als Humus hat Potenzial, wenn es gelingt, das Humane als Homo zu zerhacken und zu verschreddern, dieses stagnierende Projekt eines sich selbst erzeugenden und den Planeten zerstörenden Unternehmers."

- Donna Haraway, Unruhig bleiben, S. 50

Eine Art Selbstbegräbnis, die aufgabe des Agos und der menschlichen Eigenschaften als schöperisches Wesen. Wie Wiederanerkennung und Reorganisation der Natur, das überwuchern durch symbiotische überwindung. Fruchtbarer Humus für ein neues Zeitalter fernab der Dämmerstunde des Anthropozähns.

 

Konzept und Raumgestaltung: Maria Rutanen, Rosi Klüßendorf, Yue Ying, Marie Baumgarten